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Spielmannszug Freiwillige Feuerwehr Stadt Eschweiler 1910
© Spielmannszug Freiwillige Feuerwehr Stadt Eschweiler
Eine Ära ging zu Ende Vom 1. Vereinslokal „Ewige Lampe“ (heute Pizzeria) Röthgenerstraße bis zum Vereinslokal „Waldhausrestaurant“ (heute „Auszeit“)  Wilhelminenstraße. Nach langen Diskussionen über die Frage Vereinslokal ja oder nein, entschlossen sich die Spielleute unter Vorsitz  von Heinz Wings, die „Ewige Lampe“ als Vereinslokal zu nehmen. Man wollte sich nach den Proben, die in der Feuerwache Rosenallee stattfanden, gemütlich zu einem Glas Bier treffen. Die „Ewige Lampe“ ein bekanntes Tanzlokal in Eschweiler, war von 1965 – 1969  die „Heimat“ des Spielmannszuges. Nach dem Wechsel des Pächters stellte man sich die Frage, auch das Vereinslokal zu wechseln. Nachdem Bärbel Szawalla das „Waldhausrestaurant“ 1960/61 eröffnet hatte, wechselte man von der Röthgenerstraße  zur Wilhelminenstraße. Wie sich schnell herausstellte ein „Glücksgriff“. Im Mai 1972 zog man in das neue Vereinslokal um.  Es entwickelte sich eine innige Freundschaft zwischen den Korps und der Wirtin. So intensiv wie ansonsten nur langjährige Mitglieder,  begleitete „Die Mutter der Kompanie“ wie man Bärbel Szawalla nannte, das Werden und durch die Jahre bedingten Wandel des Korps.  Die Höhen und Tiefen des Spielmannszuges begleitete sie genauso wie die Entwicklung der einzelnen Mitglieder. Es gibt nicht viele, die so viele junge, heranwachsende, aktive und ehemalige Spielleute im Laufe der Jahre kennenlernten. Es war eine tiefe Bindung und Freundschaft mit dem Trommler- und Pfeiferkorps, die die Vereinswirtin fast 45 Jahre mit  „Dat sen meng Jonge“, ( Original von Bärbel ) verband. Hier versammelte man sich zu den Versammlungen, zum diskutieren, Feiern und Hexen. Es war der Treffpunkt zu den Ausmärschen. Weiterhin gehörte es zum „guten Ton“, der Vereinswirtin zu ihren Geburtstagen  ein Ständchen zu bringen. So berichtete der „Bote an der Inde“ anlässlich des 60. Geburtstages der Vereinswirtin,  „Gemeinsam mit dem Geburtstagskind feierte der Spielmannszug, der schon „seit ewigen Zeiten“ im Vereinslokal beheimatet ist“,  in geselliger Runde weiter. Eine besondere Ehre wurde der Vereinswirtin und Willi Schoof auf der Weihnachtsfeier 1987 zu Teil.  Für die Stiftung eines weiteren Pokalschrankes erhielt sie und Willi Schoof einen Tonkrug mit Stadt –und Spielmannszugwappen.  Von dieser Weihnachtsfeier berichtete der „Eschweiler Rundblick“: Eugen Kessels ergriff noch einmal das Wort.  Er bedankte sich nochmals für den gestifteten Pokalschrank, doch vor allen Dingen dafür, dass die Wirtin schon seit 15 Jahren alles tue,  was in ihrem Ermessen stehe. Nach dieser Laudatio überreichte Eugen Kessels im Namen des Spielmannszuges Barbara Szawalla  eine Armbanduhr als persönliches Geschenk als Erinnerung an den Spielmannszug. Nach ein paar Freudentränen fand die Vereinswirtin nur noch die Worte: „Dat sen meng Jonge“.  Eine Erkrankung zwang Bärbel Szawalla 2005 zur Aufgabe des Lokals. Zurück bleiben viel Stunden schöner Erinnerungen.  Ernste und lustige Geschichten der Vergangenheit und Gegenwart  Die Pfeifer und die Sakramente Einschränkungen beim Besuch der Kirchen und dem Empfang der Sakramente bestanden für alle Pfeifer und Fahrenden Leute.  Vielerorts durften sie Kirchen nicht betreten. Vollkommen ausgeschlossen waren sie vom Empfang der Kommunion.  1461 bittet Wilhelm seinen Lehnsherrn, den Bischof zu Basel, dass Pfeifern, die vormals der Bruderschaft von Weiler im Albrechtstal (bei Schlettstadt) zugehörig waren und denen durch den päpstlichen Legaten Julianus Caesarini (auf dem Konzil von Basel) bestätigt  worden war, „das man ihnen ihr christliche rechte und dazu heilige Sakrament geben und tun solle als andern kristenn lueten“,  und die sich nunmehr im Lehnsgebiet des Bistums Basel zu Rappoltsweiler aufhalten, „die forter zu bestetigenn mit emphelniß an den kilcherren, daz man sy beare vnd versehe nach christenlichen rechten ungehindert irs pfiffens.“  Dem gleichen Sachverhalt gilt eine Beurkundung des Bischofs von Basel aus dem Jahr 1480, in der dieser den Mitgliedern der Pfeifer- Bruderschaft zu Altthann die o.e. Vergünstigung, dass sie einmal im Jahr, und zwar zur Osterzeit, zur Kommunion zugelassen werden  („in communione fidelium existentibus divinissimum eucharistiae sacramentum ministari posset“), sofern sie sich 14 Tage vorher und  nachher der Ausübung ihres Pfeifer- 'Handwerks' enthalten („ab officiorum vestrorum et scurrilium operum exercitiis absteneatis“).  Der Bischof von Straßburg bestätigt 1508 den Brief des Kardinal-Legaten Julianus für sein gesamtes Bistum. Damit sind alle Pfeifer im Herrschaftsgebiet der Rappoltsteiner zu den Sakramenten zugelassen. Anlässlich des Schützenfestes 1936 in Eschweiler konnte man im „Boten an der Inde“ vom 30.Mai 1936 folgenden Beitrag lesen!  „Musik im Schützenzug schienen unsere Vorfahren nicht gekannt zu haben. Sie begnügten sich mit einem Tambour (Trommler),  der jährlich einen Reichstaler (Silbermünze mit 28,6 g Silber) im Volksmund auch „Daaler“ genannt, erhielt. Erst im Jahre 1775 ist auch von einem Pfeifer die Rede. Die erste Musik wird erst im Jahre 1822 erwähnt.  Eine Sitte bei den alten Schützenfesten mutet sonderbar an. Wenn der Holzvogel von der Stange geschossen war,  wurde die Trommel des Tambour unter der Stange auf die Erde gelegt und dem neuen König die Geldsumme des Vogels in blanken  Münzen auf der Trommel ausbezahlt. Da die Summe nicht allzu hoch war, wurde dem König beim Umzug durch die Stadt von den Bessergestellten Geldscheine mit einer Nadel auf die Brust geheftet“.  Pastor Zohren und Musiker Eine nicht minder schöne Geschichte zum Schmunzeln ist die von dem „berühmten“ Pastor Zohren und den Kirchenbesuchern  an St. Marien Röthgen. Besonders an Schützenfesten lag dem „gestrengen“ Bezirkspräses der Schützen, dass alle, auch die Spielleute, die Messe besuchten.  Aus diesem Grund stand er nicht am Altar und empfing die Kirchenbesucher, sondern er wartete geduldig am Eingang,  bis auch der letzte Musiker, sowie letztes Pfarrschäfchen den Kirchenraum betreten hatte. Nach Beendigung des 2. Weltkrieges hatte das Korps einen hohen an guten Spielleuten zu beklagen.  Auch der Korpsführer Johann Dohmen musste sein Leben lassen. Sein Nachfolger wurde Franz Herpers Senior. Um ihn herum versammelten sich einige wenige Spielleute, die einen Neuanfang wagten. Trotz großer Hungersnot und Kohleknappheit wurde mit den Proben begonnen. 1946 war es soweit, dass man Ausmärsche wagen konnte. Einer der diese Zeit miterlebt hat, ist der heute 87 jährige  Michael Sauer, der mir folgende lustige Geschichte erzählte: „ In der Nachkriegszeit war es guter Brauch und Sitte, dass die Spielleute  von den Mitgliedern der gastgebenden Vereine beköstigt wurden. Dazu gehörte nach dem Kirchengang, das Mittagessen und nach den Umzügen das Kaffeetrinken. Für uns als Spielleute war es immer ein Erlebnis. Rindfleischsuppe, Fleisch, Buttercreme –und Sahnekuchen, die selbstgebacken wurden, wurden serviert.  Wenn man sich nach gutem Essen zum Spielen auf dem Dorfplatz wieder traf, wurde auch über das gute Essen erzählt.  „Wat jov et dann bei üsch“? und weiter: „ Bes de och satt gewude“? Hätt et jeschmak“? Der Eine oder Andere, der nicht so gut gespeist  hatte, war ein bisschen neidig! Michael Sauer fügte noch hinzu, dass das Spielgeld von 100 Reichsmark, die sowieso keinen Wert hatte,  das gute Essen ersetzen konnte. Auch ging man von Eschweiler, bedingt durch das noch nicht wiederhergestellte, von Krieg zerstörte, Straßenbahnnetz zu Fuß z.B. nach St. Jöris, Kinzweiler usw.. Hatte man Glück, kam der Bäcker Packbier mit seinem Holzvergaser  angetriebenen Wagen vorbei und nahm die Spielleute mit. Aber der gute Mittagstisch und das Kuchenbuffet entschädigten für manche  Unannehmlichkeiten.  Die neuen Uniformen Als man zu Fastnacht in den neuen Uniformen in Anlehnung an die Südstaaten von Amerika im Rosenmontagszug trug,  fragte ein staunender Zuschauer Michael Sauer nach der Herkunft des Korps. Daraufhin der Angesprochene: „ aus Alabama“. Der Fragesteller sagte etwas verstört zu seinem Nachbar, für Amerikaner sprechen die aber gut „Platt“ (Dialekt).  Der Schellenbaum Dank der großartigen Unterstützung der Eschweiler Bürgerschaft war es den Korps vergönnt anlässlich des silbernen Jubiläums  Schellenbaum von ganz besonderer Größe (dreiarmig) und Qualität anzuschaffen. Er war fortan der Stolz des Trommler –und Pfeiferkorps.  In den Wirren der Nachkriegszeit ging der Schellenbaum verloren. Bekanntlich wurde am 22.11.1944 Eschweiler von der 3. amerikanischen Panzerdivision, die unter dem Kommando von Maurice Roses stand kampflos eingenommen.  Auf der Suche nach dem verschwundenen Schellenbaum – er konnte ja nur von amerikanischen Soldaten mitgenommen worden sein – beschloss der Vorstand unte der Federführung vom Vorsitzenden Heinrich Rink, den „Hohen der Federführung  vom Vorsitzenden für Deutschland“ Mac Cloy anzuschreiben mit der Bitte, Kommandeur Roses oder einer seiner Offiziere zu fragen,  ob sie eventuell wüssten, so sich der wertvolle Schellenbaum befindet. Man muss wissen, dass die amerikanischen Musikzüge keinen Schellenbaum kannten. Tatsächlich arrangierte sich das Büro Mac Cloy`s in dieser Angelegenheit.  In einem Brief an den Vorsitzenden Heinrich Rink teilte das Büro mit, dass es durch Nachforschungen gelungen sei, den Verbleib in den USA ausfindig zu machen. Der Schellenbaum befände sich in einer Stadt – leider ist der Name nicht mehr bekannt,  weil der ganze damalige Schriftverkehr unauffindbar ist – welches ein Kriegsmuseum betreibt. Nach mehreren Bitten so Michael Sauer, seien die Amerikaner nicht bereit gewesen, dass Beutestück den Eigentümern zurückzugeben.  Es möge tröstlich sein, dass der Schellenbaum der  Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Eschweiler in einem amerikanischen Museum zu bewundern ist. Zufriedenstellend für die Spielleute ist es aber nicht. zurück vor
                  letzte Aktualisierung: 06.01.2017