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Spielmannszug Freiwillige Feuerwehr Stadt Eschweiler 1910
© Spielmannszug Freiwillige Feuerwehr Stadt Eschweiler
Höchste Auszeichnungen Wie bereits beschrieben, hatte das Neugegründete Trommler- und Pfeiferkorps der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Eschweiler seinen ersten Auftritt beim Schützenfest der St. Sebastianus Schützenbruderschaft Eschweiler, Pfingsten 1910. Hier hinterließ das Korps einen sehr guten Eindruck, so dass es bei allen weiteren Veranstaltungen der Freiwilligen Feuerwehr Eschweiler und bei fast allen Veranstaltungen innerhalb und außerhalb der Stadt verpflichtet wurde. Die Leistungsfähigkeit des Korps fand ihren Niederschlag durch die Teilnahme an großen Wettstreiten. So u.a. in Mönchengladbach, Aachen, Stolberg, Würselen und Eilendorf wo das Korps höchste Auszeichnungen im Einzel- und Gesamtspiel errang. Besondere Erwähnung verdient der Hornist Franz Herpers sen. (Mitgründer) der 39-mal bei Wettstreiten mit dem 1. Ehrenpreis ausgezeichnet wurde. Ausbruch des 1. Weltkrieges Am 28. Juni 1914 ermordeten serbische Attentäter den österreichischen Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand und seine Frau in Sarajewo. Daraufhin erklärte Österreich-Ungarn Serbien den Krieg, der auch ganz Europa erfasste. Durch die unbedingte Bündnistreue des Deutschen Reiches zu Österreich und Ungarn mussten auch zahlreiche Korpsmitglieder den „blauen“ mit dem „grünen“ Rock tauschen. Andere Korpsmitglieder widmeten sich dem aktiven Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr. An friedliches Spiel mit Trommeln und Pfeifen war nicht mehr zu denken. Mit dem Ende des Ersten Weltkrieges 1918, aus dem auch leider ein Mitglied des Trommler- und Pfeiferkorps sein Leben lassen musste, hatte sich die Lage in Deutschland grundlegend geändert. Es bleibt festzustellen, dass die ersten Jahre nach dem Krieg für das Korps schwere Jahre waren. Von einem Ereignis der ganz besonderen Art sei an dieser Stelle berichtet. Die Stadtverwaltung der Stadt Eschweiler hatte am 23. März 1907 in einem Schreiben an das Kriegsministerium in Berlin erfolglos die Bitte geäußert, bei Truppenverlegungen die Stadt Eschweiler zu berücksichtigen. Erst 1912 griff man die Garnisonsfrage wieder auf. Und das mit Erfolg. Im Januar 1913 begann die Ausschreibung für den Kasernenbau. Am 12. April 1913 findet die feierliche Grundsteinlegung statt, dem das Richtfest am 8. November folgte. Eschweiler wird 1913 Garnisonsstadt. Nach Fertigstellung aller Gebäude konnten dieselben benutzt werden. Unter großer Anteilnahme und Begeisterung der Bevölkerung zogen am Nachmittag des 1. Juli 1914 das 2. Bataillon des Infanterieregiments 161 (10. Rheinisches) in den Neubau ein. Die Feuerwehrkapelle und das Trommler- und Pfeiferkorps der Freiwilligen Feuerwehr Eschweiler hatten die Ehre beim Einzug mit zu musizieren, und das mit großem Erfolg. Nach dem Parade- und Präsentiermarsch im Kasernenhof musste selbst der Spielmannszugführer der 161er zugeben, dass er mit seinen Spielleuten nicht an diese Leistung herankomme. Das Ende des 1. Weltkrieges 1914/1918 und seine Folgen Nach dem Frieden von Brest-Litowsk am 3. März 1918 durch die Mittelmächte und dem Waffenstillstand von Compiégne am 11.11.1918 einerseits, sowie dem Abschluss des Friedensvertrages im Spiegelpalast von Versailles, zwischen den Alliierten und dem Deutschen Reich am 28. Juni 1919 andererseits, begann für die hiesige Bevölkerung eine lange Leidenszeit. Neben vielen anderen Bitternissen und Entbehrungen kam vor allem das kulturelle Leben fast vollständig zum Erliegen. Betroffen war auch das Trommler- und Pfeiferkorps der Freiwilligen Feuerwehr Eschweiler. Am 10. Januar 1920 trat der Versailler Friedensvertrag in Kraft. Wer sich von dem Eintritt des Friedenszustandes irgendwelche Erleichterungen erhofft hatte, wurde spätestens in der Nacht vom 1. zum 2. Juli 1921 eines besseren belehrt. Wir kommen damit zu dem dunkelsten und traurigsten Kapitel der Eschweiler Besatzung, das zugleich für die kulturstolzen Franzosen einem ewigen Schandfleck bedeutet. Was war geschehen? – Auf dem Nachhauseweg von der Spätschicht zu seinem elterlichen Haus am Dreieck, wurde in der Nähe des Hauptbahnhofs der 23 jährige Fabrikarbeiter1 Jakob Koch von Algerier (franz. Kolonialsoldaten) ohne erkennbaren Grund beschossen. Bei dem pflichtgemäßen Bemühen Koch zu helfen, wurde auch der Polizeimeister Karl Schmitz durch Schüsse schwer verletzt, an dessen Folgen er im Krankenhaus verstarb. Am Tag der Beisetzung bei dem 10.000 Trauergäste den Toten das letzte Geleit gaben, „durften“ die Bergwerkskapelle, die Feuerwehrkapelle und das Trommler- und Pfeiferkorps in kleiner Besetzung auf Grund einer Sondergenehmigung den Trauerzug musikalisch unterstützen. Man muss wissen, dass unter Androhung von Strafen (Gefängnis oder Geldstrafen) öffentliches musizieren untersagt war. Proben in geschlossenen Räumen war z.T. erlaubt.
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                  letzte Aktualisierung: 06.01.2017
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